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Diagnose MDS:

Was bedeuten diese drei Buchstaben?

Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind allgemein wenig bekannt,

selbst viele Ärzte sagen offen, dass sie mit diesem Krankheitsbild nicht vertraut sind.

Was steckt hinter diesen drei Buchstaben?

Myelo              Das Knochenmark betreffend.

Dysplastisch    Das Knochenmark arbeitet nicht so wie es sollte.

                        Da das Knochenmark für die Blutbildung verantwortlich ist,
                        zeigt sich dies in einem veränderten Blutbild.


Syndrom          Verschiedene Krankheitszeichen - sogenannte Symptome  -
                        liegen gleichzeitig vor und somit zeigen sich das Krankheitsbild sowie
                        der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich.
                        Es gibt Betroffene, die über Jahre mit der Erkrankung ohne größere
                        Beeinträchtigungen leben und andere, bei denen sich nach kurzer Zeit
                        eine akute Leukämie entwickelt.

MDS ist eine erworbene Knochenmarkserkrankung, deren Ursache noch nicht bekannt ist.
Da die Symptome nicht spezifisch sind, werden Mattigkeit und Leistungsschwäche häufig auf Alter, Stress oder 'Burnout' zurückgeführt. So ist es zu erklären, dass sich erste Hinweise 'rein zufällig' bei einer Routineuntersuchung ergeben, da das Blutbild auffällig ist:

  • Die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) sind vermindert und auch verändert.
    Der damit verbundene Mangel an Sauerstoff beeinflusst die Leistungsfähigkeit
  • Die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind vermindert.
    Die Krankheitserreger können somit  nicht ausreichend bekämpft werden, was sich durch eine erhöhte Infektionsanfälligkeit bemerkbar macht.
  • Die Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) ist vermindert oder erhöht und auch die Blutgerinnung gestört, sodass vermehrt blaue Flecken auftreten und Blutungen ungewöhnlich lange anhalten können.

MDS sind komplizierte Erkrankungen, da sie relativ selten und schwierig zu diagnostizieren sind. Deshalb ist es wichtig, einen Spezialisten, d.h. einen Facharzt für Hämatologie und Onkologie, aufzusuchen. Dieser kann mit Hilfe einer Knochenmarkpunktion die Diagnose stellen und den zu erwartenden Krankheitsverlauf erkennen.

Dank der intensiven Forschung ist nun eine genauere Risikoeinschätzung möglich, die über die entsprechende Therapie entscheidet. Auch wurden entsprechende Medikamente entwickelt. Eine Heilungsmöglichkeit bietet jedoch nur eine Knochenmark- bzw. allogene Stammzelltransplantation.

Nach der Diagnosestellung oder auch bei der Entscheidung für eine Therapie ist die Verunsicherung oft groß, so dass eine Zweitmeinung hilfreich sein kann. Unser Kuratorium, das innerhalb Deutschlands sehr gut verteilt ist, hat sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen (siehe auch: Kuratorium).
Bei der Vermittlung sind wir gerne behilflich.

 

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